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Unsere Wanderung auf dem „Sentier des Roches – dem Felsenpfad in den Vogesen

Die Vogesen liegen nur drei Autostunden von uns entfernt, trotzdem sind wir bis jetzt nie auf die Idee gekommen, dort unseren Urlaub zu verbringen. Erst durch den Tipp eines Arbeitskollegen, beschlossen wir, dort das lange Wochenende an Fronleichnam zu verbringen und wir haben es nicht bereut.

Der Sentier des Roches

Auf der Suche nach schönen Wanderungen sind wir schnell auf den „Sentier des Roches“ gestoßen, der zwischen „Col de la Schlucht“ und dem Hohneck verläuft. Er gilt als einer der beeindruckendsten und, wie ich im Nachhinein las, auch als einer der gefährlichsten Pfade der Vogesen.

Die Anreise

Von unserem Campingplatz in Kaysersberg fuhren wir also eine Dreiviertelstunde zum Parkplatz „Col de la Schlucht“ der sich neben einem Skilift und einem Restaurant befindet. Die Passstraße schlängelt sich bis auf 1139 m durch die Landschaft und bietet schon tolle Ausblicke. In Col de la Schlucht angekommen, erreicht man einen relativ großen Parkplatz. Von dort geht man ein Stück die Straße zurück, um dann einige Treppen in den Wald zu nehmen. Der Pfad ist mit einem blauen Rechteck markiert.

Los geht’s auf dem Sentier des Roches

Als erstes schlängelt man sich bergab durch einen richtigen Märchenwald. Zwischendurch gibt es kleine Brücken und Leitern. An steileren Stellen ist der Pfad mit Drahtseilen, an denen man sich festhalten kann, abgesichert. Wir fanden den Pfad sehr abwechslungsreich und zwischendurch hat man immer wieder beeindruckende Aussichten. Um einen Eindruck zu bekommen, ist Aiko einen Teil der Strecke mit Kamera abgelaufen. Wie man sieht hat ein normaler Hund deutlich weniger Probleme als wir Menschen, die langsam hinterher gekraxelt sind. Ich habe ihn teilweise etwas um seine vier Beine beneidet. Es gab keine Stellen, die er nicht selbst laufen konnte. Immer wieder gab es kleine Bäche, aus denen er trinken konnte, so dass wir nicht sehr viel Wasser für ihn gebraucht haben.

Mittagspause

Nach etwa drei Kilometern bergab durch den Wald, vorbei an Geröllfeldern mit der Aussicht auf die Felsen am „Col de la Schlucht“, endet der „Sentier des Roches“ in einem Tal. Dort sieht man typische Weideidylle wie im Allgäu. Kühe grasen auf saftigen Wiesen und weit und breit Natur pur. Der Weg führt an der Bergalm „Ferme Auberge Frankenthal“ vorbei, wo wir bei strahlendem Sonnenschein selbstgemachten Apfelkuchen und -saft genossen haben. Wirklich sehr empfehlenswert.

Der Aufstieg zum Hohneck

Von der Alm kann man bereits den Aufstieg auf das Hohneck sehen, der einen erwartet. Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg. In Serpentinen ging es erst einmal Richtung Col du Schaeferthal.  Auf 1128 m angekommen, sahen wir immer wieder Gämse. Ich glaube, so viele habe ich noch nie bei einer Wanderung gesehen. Aiko hat zum Glück so wenig Jagdtrieb, dass wir die Gämse vor ihm gesehen haben und ihn anleinen konnten. Auf diesem Teil der Wanderung gibt es aber stellenweise auch Gebiete, in denen ganzjährig Leinenpflicht herrscht. Es empfiehlt sich, Hunde auf diesem Abschnitt komplett anzuleinen.

Die letzten Höhenmeter legt man auf einem Bergpfad zurück, mit wunderschöner Aussicht unter anderem auf den Lac Blanc. Auch hier haben wir wieder Gämse gesehen.

Das Hohneck

Schließlich erreichten wir den Gipfel des Hohnecks. Mit 1363 m der drittgrößte Berg der Vogesen. Hier war es auch bei angenehmen 25°C auf der restlichen Wanderung wirklich sehr windig und wir waren froh, um unsere warmen Jacken (und eventuell ein Wechselshirt) nach dem schweißtreibenden Aufstieg.

Vom Hohneck hat man eine tolle Rundumsicht, angeblich bis zu den Alpen. Wir konnten wirklich sehr weit sehen, aber ob das jetzt tatsächlich die Alpen waren, kann ich nicht sagen. Danach ging es immer bergab wieder zurück zum Parkplatz „Col de la Schlucht“

Unser Fazit

Wir sind froh, dass wir diese Wanderung entdeckt haben. Ich habe selten eine so abwechslungsreiche Wanderung mit so beeindruckenden Aussichten gemacht. Das hätte ich von den Vogesen ehrlich gesagt gar nicht erwartet. Mit gutem Schuhwerk, Trittsicherheit und natürlich Schwindelfreiheit hat uns der Felsenpfad super viel Spaß gemacht und gefährlich hat es sich eigentlich nicht angefühlt. Man muss etwas aufpassen, wo man hintritt, aber ansonsten war es für Zwei- und Vierbeiner gut machbar. Aiko hatte den Spaß seines Lebens und ist den Pfad wahrscheinlich dreimal gelaufen. Uns sind auch Familien mit kleinen Kindern begegnet. Ich denke da kommt es auf die Erfahrung und die Einstellung an.

 

Das Wichtigste Zusammengefasst:

  • Start am Parkplatz Col de la Schlucht
  •  Rundweg
  • gute Wanderschuhe und ein Wechselshirt von Vorteil
  •  Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich, dann aber gut machbar; zu finden bei Outdooractive
  •  auf dem Weg gibt es immer wieder Bäche, aus denen Hunde trinken können, für einigermaßen fitte Hunde gut machbar, auf Wild achten!
  • Übernachtungsmöglichkeit: Campingplatz „Camping de Kaysersberg“ (Hunde 2 Euro pro Nacht, nicht erlaubt von Juli-August)

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