rund um den Hund,  Sport mit Hund

Joggen mit Hund

Da ich selbst jogge seit ich 15 bin, sollte mein erster eigener Hund natürlich mitmachen. Aiko hat generell viel Spaß an Bewegung, so dass der Einstieg nicht schwer viel. Man muss aber bedenken, dass jeder Hund anders ist. In diesem Beitrag habe ich die Fragen, die ich mir gestellt habe und einige Tipps um Joggen mit Hund zusammengefasst. Das muss natürlich nicht für jeden Hund der richtige Weg sein.

Ab wann kann ich starten?

Generell sollte man mit dem Joggen warten, bis der Hund ausgewachsen ist, damit Knochen und Muskulatur vollständig entwickelt sind. Andernfalls kann sich dies negativ auf die Entwicklung auswirken. Wer auf Nummer sicher gehen will, spricht mit seinem Tierarzt. Aiko ist zum Beispiel gewachsen, bis er etwa 10 Monate alt war und wir haben langsam mit dem Lauftraining angefangen, als er ein gutes Jahr alt war. Es gib aber auch Rassen die bis zu 2 Jahren brauchen, bis sie ausgewachsen sind. Dazu kommt, dass Aiko ein robuster und sportlicher Hund ist. Bei Rassen, die anfällig für Gelenkschäden sind, sollte man noch vorsichtiger sein.

Wie fange ich an?

Da ich mir die Bänder gerissen hatte, als Aiko etwa ein Jahr alt war, sind wir beide ganz langsam zusammen eingestiegen, was ich auch jedem empfehlen kann. Hunde müssen genauso Kondition und Muskeln aufbauen wie wir Menschen auch, daher habe ich das Trainng für uns auch genauso gestaltet. Ein Intervalltraining bietet sich dabei an. Wir sind immer z.B. 5 Minuten gejoggt und dann wieder einige Minuten gegangen. Am Anfang habe ich selbst nur 15-20 Minuten durchgehalten, bevor mir der Fuß wehtat. Aiko wäre gerne noch weiterglaufen, aber ich fand es gar nicht schlecht, das Training zu beenden, bevor er müde wurde. So war er jedes Mal top motiviert und voller Vorfreude ohne dass ein Muskelkater seine Motivation gedämpft hätte. Einige Wochen sind wir auch nur einmal pro Woche laufen gegangen, was in Kombination mit Spaziergängen und Wanderungen auch genug war. Nach ein paar Wochen/Monaten merkt man, dass immer mehr Kondition da ist und kann dann auch mal intensivere Phasen einlegen.

Woran merke ich, dass mein Hund müde ist?

Die Anzeichen für Müdigkeit sind bei jedem Hund ganz individuell. Bei Aiko merkt man es zum Beispiel daran, dass sich sein Ringelschwanz immer weiter nach unten aufringelt. 🙂 Zudem bleibt er immer weiter zurück und zeigt so an, dass er nicht mehr weiter will. Man kennt ja seinen Hund und merkt mit der Zeit relativ schnell, welches Pensum passend ist. Klar haben wir es beim Rantasten auch mal etwas übertrieben, aber wenn das nicht die Regel ist, halte ich das für mich für vertretbar. Mit der Zeit habe ich rausgefunden, dass Aiko gerne regelmäßig joggen geht, aber nicht mehr als 6-10km am Stück. Ich passe mich da an ihn an. Hätte er gar keine Lust, würde ich halt alleine gehen auch wenn ich es schade fände.

Wie läuft das Ganze bei uns ab?

Wir wohnen am Waldrand, daher gehen wir meistens dort joggen. Der weiche Waldboden ist auch gut für die Gelenke. Mir persönlich tut alles weh, wenn ich länger auf Asphalt laufe. Ich habe immer eine Joggingleine mit Bauchgurt dabei, was sehr praktisch ist, weil ich die Hände frei habe und am Bauchgurt noch ein kleines Fach für meinen Haustürschlüssel ist. Die ersten Meter läuft Aiko frei, damit er sein Geschäft erledigen kann. Wenn nicht viel los ist, lasse ich ihn meistens frei laufen. Er läuft dann mal schneller, mal lagsamer, mal schnüffelt er irgendwo. Da habe ich das Gefühl, dass es für ihn am entspanntesten ist und er kann sein Tempo selbst bestimmen. Mit der Zeit findet man sein Wohlfühllauftempo für sich und seinen Hund heraus und kann sich nach dem langsameren Läufer richten. In unserem Fall bin das praktischerweise ich. 😉

Wenn mehr los ist, habe ich Aiko streckenweise an der Joggingleine, weil ich ja auch mein Tempo durchlaufen und ihn nicht ständig ranrufen will, wenn wir Hunden gegegnen. Wenn wir beide noch können, machen wir am Ende einen kleinen Schlusssprint, den Aiko immer gewinnt. Die 5 Gehminuten vom Waldrand nach Hause gehen wir langsam, zum Runterkühlen. Am Ende lobe ich Aiko und er wuselt ganz fröhlich und stolz um mich rum. Wenn ich mich aufraffen kann, mache ich danach noch ein paar Dehnübungen.

Was muss man noch beachten?

  • ganz wichtig: die Temperaturen! Grade bei Hunden mit viel Fell und Unterwolle muss man sich überlegen, ob man selbst gerne noch bei den Temperaturen im dicken Wollpulli joggen gehen will. Im Sommer gehen wir deshalb lieber mit Aiko zum Schwimmen. Im Frühsommer bieten sich die kühleren Morgen- oder Abendstunden an und im Wald ist es auch nochmal kühler als auf den Feldern.
  • Nicht kurz nach dem Füttern joggen gehen. Es besteht die Gefahr der Magendrehung. Mir wird auch schlecht, wenn ich mir vor dem Joggen noch den Bauch vollschlage.
  • Wer joggt, verbrennt auch mehr Kalorien, daher muss man eventuell die Futterdosis erhöhen, wenn der Hund nicht abnehmen soll.
  • Man kennt es von sich selbst: laufen macht durstig. Daher sollte immer genug Wasser bereit stehen und auf längeren Runden kann es gut sein, eine Wasserflasche dabei zu haben.
  • Eine Joggingleine ist sehr praktisch, wenn man sich auf sich selbst konzentrieren will/muss. Durch die Federung ist es nicht unangenehm, wenn der Hund in eine Richtung zieht. Dazu braucht der Hund ein gut sitzendes Geschirr oder sogar ein Zuggeschirr.
  • Die meisten dieser Punkte sollte der Mensch für sich selbst auch beherzigen, daher macht man das meiste eigentlich intuitiv richtig, wenn man auch auf seinen eigenen Körper hört.

Viel Spaß beim Joggen 🙂

 

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.