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Eine Nacht im Iglu auf knapp 3000m Höhe

Ich wollte ja schon immer mal in einem Iglu übernachten und als ich dann zufällig über das Igluhotel Rothenboden am Gornergrat bei Zermatt gestolpert bin, musste ich dort unbedingt hin. Also ging es zwischen Weihnachten und Silvester 2018 für uns in die Schweiz nach Zermatt.

Für die Anreise muss man etwas Zeit einplanen

Zermatt ist autofrei, daher haben wir im nahegelegenen Örtchen Täsch übernachtet und haben dort unser Auto abgestellt. Mit der Bahn ging es dann nach Zermatt. Direkt gegenüber vom Bahnhof befindet sich die Talstation der Gornergratbahn. Mit dieser fuhren wir bis zur Station Riffelberg (52,80 SFR pro Person). Aiko durfte sogar umsonst mitfahren.

 

Unbedingt früher Anreisen und das Bergpanorama genießen

Die Iglutour startet immer um 17:15 am Hotel Riffelhaus. Wir wollten aber gerne noch eine kleine Wanderung machen und sind daher schon am Vormittag dort gewesen. Das kann ich auch wirklich empfehlen. Wir sind bis zur nächsten Bergstation nach oben gewandert und konnten fast durchgängig das beeindruckende Bergpanorama mit dem Matterhorn bewundern. Schnee gab es ohne Ende, da wären Schneeschuhe auf jeden Fall empfehlenswert gewesen, aber es ging auch so. Aiko hatte natürlich den Spaß seines Lebens. Für den Weg runter haben wir uns für die kurze Variante mit dem Schlitten entschieden. Man kann ihn an der Station Rothenboden mieten und unten an der Station Riffelberg wieder abgeben. Es gibt eine extra „Schlittelstrecke“, wie der Schweizer sagt. Wir haben uns einen Schlitten geteilt und es ging ganz schön ab. 😀 Während ich zwischenzeitlich mit meinem Leben abgeschlossen hatte, lief Aiko fröhlich neben uns her und sah nicht mal besonders schnell aus. Ich kann es wirklich sehr empfehlen. Die Strecke ist steil genug, dass man wirklich Spaß hat.

Die Iglutour beginnt

Danach ging es für uns zurück zum Hotel Riffelhaus, um unsere Iglutour zu starten. Wir waren eine Gruppe von 16 Leuten und fuhren gemeinsam mit unserem Guide die eine Station mit der Gornergratbahn nach Rothenboden.  Dort angekommen ging es mit eingeschalteten Stirnlampen (wir) und Leuchthalsband (Aiko) gemeinsam zum Igluhotel. Der Weg war an manchen Stellen relativ steil und rutschig. Gutes Schuhwerk ist da wirklich ein Muss. 

Das Igluhotel

Im Igluhotel angekommen gab es erst einmal einen Glühwein und eine Wurst- und Käseplatte mit Sekt in der Bar, die natürlich auch komplett aus Eis besteht. Nach einer kurzen Einführung durften wir uns alle Zimmer ansehen, die von Eiskünstlern zum Thema „Into the Wild“ mit wilden Tieren verziert waren. Das Thema und die Künstler wechseln jedes Jahr und das Igluhotel wird auch jedes Jahr neu aufgebaut. Die Skulpturen und Schnitzereien waren super. Dazu gab es noch ein Toilettenhäuschen und eine beheizte Holzhütte. Duschen gab es keine, dafür aber zwei Whirlpools.

 

 

Vier Pfoten im Igluhotel

Anschließend gab es Käsefondue im Iglurestaurant (natürlich auch aus Eis). Das Fondue war hervorragend und man konnte so viel Nachschlag bekommen wie man wollte. Warmer Tee stand immer kostenlos zur Verfügung, dazu konnte man warme und kalte Getränke kaufen. Es passten immer fünf Personen an einen Tisch, so dass man sich mit den anderen Besuchern zusammentat und auch gleich ins Gespräch kam. Für Aiko hatten wir einen Hundeschlafsack dabei, da der Boden ja aus Eis war. Auf dem saß er dann auch ganz brav und machte es sich gemütlich. So was hatte er auch noch nie gesehen und man sah ihm sein Staunen richtig an. Wir hatten natürlich vorher nachgefragt, ob Hunde erlaubt sind. Sie waren es, wenn sie nichts anpinkeln und einen Maulkorb dabeihaben, falls einer der Gäste Angst haben sollte. In der Praxis kommen nicht oft Gäste mit Hunden vorbei, aber es war mit Aiko wirklich gut machbar. Der Hund sollte allerdings schon ein warmes Fell haben und sehr gut erzogen sein, da man kaum Möglichkeiten hat, ihn irgendwo anzubinden. Wir mussten uns daher darauf verlassen, dass er auf seiner Decke bleibt. Der kalte Boden vereinfacht die Sache aber natürlich. Da Aiko ein sehr lieber unaufdringlicher Hund ist, fanden ihn eigentlich alle gleich toll und er wurde immer mal gestreichelt oder bewundert. 😀

Aufwärmen in der Kota

Nach dem Essen trafen wir uns alle in der Kota, einer kleinen Holzhütte mit einem warmen Feuer in der Mitte. Diejenigen die Lust hatten, brachen dann zu einer kleinen Schneeschuhtour auf. Da mussten wir natürlich mit. Im Igluhotel gab es auch einen eigenen Raum mit Schneeschuhen und -stöcken, wo wir uns bedienten. Anschließend ging es durch die unberührte Natur. Wir blieben immer wieder stehen und unser Guide erklärte uns Berge und Sternbilder. Auf einem Hügel gab es noch einen kleinen Schnaps zum Aufwärmen. Aiko hüpfte natürlich ohne Schneeschuhe, zwischen uns herum und hatte Spaß im Schnee.

Der Whirlpool – ein Highlight

Anschließend hielten wir uns in der warmen Kota bei einem Tee auf, bis wir an der Reihe waren, in den Whirlpool zu steigen. Dafür konnte man sich in eine Liste eintragen und eine halbe Stunde unterm Sternenhimmel im Whirlpool genießen. Es gab eine beheizte kleine Umkleide neben dem Pool. Den kurzen Weg bei -4°C legten wir dann quietschend (in meinem Fall) in Badesachen zurück.

Aiko hatten wir auf seinem Schlafsack gegenüber von uns auf einem Hügel geparkt und sein Gesicht war wirklich zum Schreien.

In Badesachen mit Mütze auf dem Kopf und Blick auf die Silhouetten der Berge ist der Whirlpool ein echtes Highlight. Durch den riesigen Temperaturunterschied, sollte man auf seinen Kreislauf achten und eventuell schon früher aus dem Whirlpool steigen. Die Guides empfehlen nach dem Whirlpool gleich in den Schafsack zu hüpfen und sich nur dünn anzuziehen. So wärmt man den Schlafsack schön auf ohne zu schwitzen und dann später zu frieren.

Die Nacht

Im Iglu sind es durchgängig um die 0°C. Hunde durften natürlich nicht in die Expeditionsschafsäcke. Daher hatte Aiko seinen eigenen Schlafsack dabei. Er hat sich aber relativ schnell rausgewurschtelt und lag dann so neben mir. Ein Mantel wäre praktischer gewesen. Das Bett bestand aus einem mit Fell überzogenen Eisblock und war daher schon relativ hart. Ich habe in der Nacht überhaupt nicht gefroren, bin nur immer mal wieder aufgewacht. Ich bin es aber auch nicht gewohnt, dass Aiko neben mir im Bett liegt und es war wie gesagt etwas hart.

Die Abreise

Morgens um halb 8 Uhr wurden wir mit einem heißen Tee am Bett geweckt. Es ging dann leider relativ schnell wieder die 15 Minuten Fußmarsch nach unten zum Hotel Riffelberg zum Frühstück. Da hätte ich mich gerne noch länger fotografisch im Igludorf ausgelebt. Das Frühstück war sehr lecker und ein zwei Kaffee haben auch nicht geschadet. Man konnte so lange beim Frühstück sitzen bleiben wie man wollte und sich dann auf den Heimweg machen.

Fazit

Das Igluhotel ist, wie zu erwarten, relativ teuer, daher macht man das eher nur einmal im Leben. Der Preis kommt durch die Eiskunst und den aufwändigen Aufbau jedes Jahr zustande. Es lohnt sich meiner Meinung nach aber definitiv, wenn man etwas Besonderes erleben will. Es wird ständig dafür gesorgt, dass man es warm hat und es wird wirklich viel geboten. Für uns war es ein unvergessliches Erlebnis.

Die wichtigsten Infos noch einmal zusammengefasst:

  • Das Iglu-Dorf liegt auf 2700m zwischen Rothenboden und Riffelberg
  • Tagsüber kann man an der Bar etwas trinken ohne eine Übernachtung zu buchen
  • Bei uns waren es draußen -4°C, aber es kann auch deutlich kälter werden
  • Wir hatten das Romantik-Iglu für zwei Personen
  • Es wird nur eine Übernachtung empfohlen, da das Programm gleich bleibt und es kalt ist; das Dorf liegt auf 2700m
  • Das Igluhotel hat ca. von Mitte Dezember – Mitte April geöffnet (je nach Schneelage)
  • Unbedingt warme Winterkleidung einpacken
  • Stirnlampen für die Wanderungen im Dunkeln sind von Vorteil
  • Expeditionsschlafsäcke für bis -40°C werden gestellt
  • Warmer Aufenthaltsraum mit Feuer
  • Heißer Tee steht durchgehend zur Verfügung
  • Highlights: Schneeschuhtour, Käsefondue, Whirlpool und Iglukunst
  • Hunde sind auf Anfrage erlaubt, sofern sie nichts anpinkeln und einen Maulkorb dabeihaben (wir haben uns für Aikos Geschäfft einfach ein paar Meter vom Dorf entfernt)
  • Unbedingt warme Decke und evtl. Mantel für den Hund einpacken
  • Kaum Möglichkeiten Hunde anzubinden, daher sollten sie sehr gut erzogen sein
  • Hund sollte Minusgrade abkönnen
  • Leuchthalsband für Schneeschuhwanderung empfehlenswert

2 Kommentare

  • Paula

    Hallo!
    Das klingt ja ziemlich aufregend! Es überrascht mich total, dass du nicht gefroren hast. Ich glaube, so cool ich das auch finde, dass Lotti und ich dafür gar nicht gemacht sind. Lotta schläft ja auch gerne mit unter der Decke, wenn es unter 0°C sind 🙈
    Gibt es da überhaupt richtige Türen? Oder sind das gewundene Gänge, durch die man gehen muss?
    Liebe Grüße,
    Paula und Lotta

    • Melanie

      Hallo ihr Beiden, 🙂

      es wurde tatsächlich immer darauf geachtet, dass wir regelmäßig etwas Warmes zu uns nehmen oder uns bewegen. Dazu gibt es eine Holzhütte mit Feuerstelle, da ist es richtig mollig warm. Wir haben uns aber auch warm angezogen. Skibekleidung ist da ganz passend. Man muss die Kälte natürlich mögen, sonst ist es nicht so das Wahre.
      Jedes Zimmer im Igluhotel hat eine Holztür und besteht ansonsten ganz aus Schnee. Man hat so aber wirklich ein Zimmer komplett für sich. Die Zimmer liegen alle an einem langen Gang.
      Ich hoffe ich konnte deine Fragen beantworten. 🙂
      Liebe Grüße

      Melanie und Aiko

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